Also erstmal vorweg: Ich bin noch immer in dem Hippiedorf - irgendwie hängengeblieben. Ein Grund dafür sind wahrscheinlich die Leute die hier sind. Das amerikanische Pärchen ist weitergereist, dafür sind eine Gruppe Franzosen und noch ein paar deutsche Mädls angekommen. Zwei davon sind Jana und Virginia . Mit den beiden hab ich dann auch eine 3-Tages-Tour in die Blue Mountains in Angriff genommen. Die liege
n nur etwa 70km von hier entfernt, was nach Australischen Verhältnissen fast zu Fuß bewältigt werden könnte. Wir haben uns dann aber doch entschlossen, den Camper-Bus von Jana zu nehmen. Außerdem war da noch Davy. Er war auch ein deutscher Auswanderer und ein guter Freund der Familie. Er wohnt in den Blue Mountains und hat uns eingeladen, ihn doch zu besuchen. Also - los geht's!
Erster Tag:
Nach einiger Zeit im Auto sind wir in Leura, einer der ersten kleinen Städte in den Blue Mountains, angekommen. Eigentlich wollten wir nur kurz halten, um uns die Wasserfälle dort anzusehen. Als wir aber nur wenige Minuten im Busch unterwegs waren konnten wir einfach nicht anders und wir mussten die ganze Umgebung erkunden - Aussichten gibt es hier - unglaublich. Schroffe Felsstürze wechseln sich mit sattgrünen Eukalyptuswäldern ab - und kommt man noch weiter runter kann man die Vegetation von kühleren Regenwäldern bewundern. Für uns besonders spannend waren auch die verschiedenen Tiere, v.a. Vögel, die wir so bunt gefiedert vorher auch noch nie gesehen hatten. So verbrachten wir also den ersten Tag in Leura. Abends sind wir noch weiter nach Katoomba gefahren, um Davy zu besuchen. Der bot uns nicht nur Schlafgelegenheiten an, sondern führte uns auch noch auf eine Pub-Runde durch das nächtliche Städtchen.
Zweiter Tag:
Davy führte uns in der Früh gleich mal in die Berge rund um Katoomba und wir erreichten so einige Plätzchen, die den "normalen" Touristen meist verwehrt bleiben. Auf eigene Faust erkundeten wir dann noch die Katoomba Falls - die wohl beeindruckendsten Wasserfälle unserer Tour. Generell muss man sagen, dass man oft über eine oder zwei Absperrungen klettern muss, um zu den richtig guten Stellen zu kommen. Bei den Wasserfällen war die das mittlere Plateau, wo das Wasser von oben hereinstürzt, über eine fast ebene Felsfläche läuft und dann weiter nach unten abfällt. Echt ein Erlebnis praktisch mitten im Wasserfall zu stehen. Da Davy noch gesagt hatte, er wollte Abends ein Barbecue machen, haben wir danach noch rasch etwas eingekauft und wieder ab zu ihm nach Hause -> unser erstes echtes australisches BBQ. - Leider konnten wir diese Nacht nicht mehr bei ihm bleiben, also sind wir mit dem Bus noch ein Stückchen weitergefahren um dann auf einer Raststation zu campen. Der Bus war mit 2 Schlafplätzen ausgestattet und zur Sicherheit hatten wir noch Zelte mit.
Kurzes Mathebeispiel:
(2 komfortable Schlafplätze + 1 Zelt) geteilt durch (2 deutsche Mädls + 1 Österreicher) = Ich durfte mir den A…. natürlich draußen im Zelt abfrieren.
Dritter Tag:
Zum frühstücken fuhren wir in einen nahen Nationalpark, wo wir in Ruhe essen konnten. Danach ging's ab nach Mt. Wilson kurz vor unserer Ankunft dort hörte ich nur Jana fluchen "Scheiße ich hör was!!" - danach hörte ich es auch ein dezentes *pffffffffffffffffffffff*, kommend von unserem rechten Vorderrad.
Ein weiteres Mathebeispiel:
Gegeben: 1 kaputter Reifen, 1 alter Reservereifen unter dem Auto verkeilt(!), 2 deutsche Mädchen, 1 Österreicher, nur das nötigste an Werkzeug - und das alles auf einer Sandpiste in den australischen Bergen
Gesucht: Wie dreckig wird der Österreicher wohl beim Reifenwechseln?
Nachdem ich mir von einem vorbeikommendem Pickup das richtige Werkzeug ausgeborgt und den Reifen gewechselt hatte, konnte es weitergehen - und es hat sich gelohnt. Die Aussicht bei Mt. Wilson war echt atemberaubend.
Auf dem Heimweg sind wir dann noch bei einem Park stehengeblieben - denn da hat Australien noch mal was ganz besonderes zu bieten. Überall auf größeren Raststellen oder in Parks stehen public BBQs - also öffentliche Griller. Das funktioniert folgendermaßen. Du kommst hin, drückst auf einen Knopf, das Ding wird heiß, du packst dein Fleisch drauf, grillst, das Ding geht von selber wieder aus - und fertig. - Sehr cool!!! So gestärkt ging's wieder ab nach Hause! - mal sehen was da noch so kommt!!
Lg, Max
Bilder: